Der Augstborder Wolf M59

Eher ungewollt erhält er in den letzten Wochen, viel Aufmerksamkeit. Von den Menschen wird er lapidar M59 genannt. Er der Wolf aller Wölfe. In seinem Revier hat es zwei Mädels, F14 und F16, wobei die Menschen glauben er fühle sich der F14 mehr hinzugezogen, als der F16. Und irgendwo ob Unterbäch habe er nun eine Höhle und seine F14  ihm Junge geschenkt.

Ein stolzer Wolf dazu also auch noch. In unmittelbarer Nähe 500 Schafe und Ziegen, Aldi-Lidl und Migros zusammen in einem sehr kleinen Gebiet. Zäune die man nur mit viel Fantasie als solche bezeichnen kann, einige etwas besser, aber für ihn kein Problem. Der Einkaufskorb ist gefüllt.

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Da und dort gibt es noch Hunde, die die Leckerbissen verteidigen sollten, einige haben diese grossen Grautiere in der Weide, die er wirklich nicht mag und deren Tritte wirklich schmerzen. Aber alles in allem hat er hier ein Schlaraffenland gefunden.

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Dazu viel Wald und Hochgebirge, wo manch ein altes, krankes Tier darauf wartet von ihm erlöst zu werden. Die muss er aber suchen, da diese keine Glocken tragen, die von weitem schon rufen „komm und fresse mich“. Als Allesfresser begnügt er sich auch mit Aas, wenn es den sein muss.

Feinde gibt es keine mehr. Der Luchs und Bär sind weg und die waren auch früher keine grosse Gefahr, seit er ausgewachsen ist.

Er hätte ein schönes Leben. Hätte? Tja dem Wolf in die Wiege gelegt ist der Jagdtrieb und da Schafe und Ziegen in Gruppen flüchten, begnügt er sich nicht mit einem Opfer. Es wird gejagt was geht. In kurzer Zeit 8 Schafe ist für ihn kein Problem. Fressen will er diese ja nicht, überlässt sie den Menschen, Jagen und/oder Töten das ist in seinen Genen. Und wie er in seinen gut 3 Jahren gelernt hat, Menschen töten diese Tiere ja auch.

Was er nicht weiss. Er ist eigentlich Geschützt, in dem Land in dem er lebt gibt es ein Artenschutzabkommen, dass ihm, dem Wolf, fast Narrenfreiheit gibt. Aber eben nur fast. Reisst er zu viele der Tiere, die da dem Menschen gehören, haben die Menschen ein Gesetz erschaffen, dass ihnen erlaubt die Bestie Wolf, dennoch zu schiessen.

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In den letzten Wochen hat er zusammen mit seinem Liebling 60 Tiere gerissen. Einige auch in sogenannten „richtig geschützten Weiden“ und das wird ihm nun zum Verhängnis. Er soll gejagt werden können, wenn er den nochmals einer solchen Weide zu nahe kommt. 60 Tage haben die Menschen dazu Zeit.

Aber da kommt ihm F14 zu Hilfe. Mit ihrem Wurf ist es dem Menschen nicht erlaubt, ihn als Oberwolf zu erlegen. Ganz im Gegenteil nun hat er jeglichen Schutz auf seiner Seite.

Als er dies auf einem nächtlichen Raubzug von seiner Zweitfrau F16 erfuhr, musste er etwas Schmunzeln. Was machen die Menschen den für Gesetze, solche die nur dann gelten wenn Ostern und Weihnachten zusammenkommen und auch nur dann wenn der 1. August auf den gleichen Tag fällt?

F16 erzählte ihm dann auch, da er erst dieses Jahr in diese Gegend gekommen ist, dass bald die Tiere zusammengetrieben werden und dann etwas oberhalb in sogenannten Almen, zusammen den Sommer verleben. Haben sie dann genug gefressen, werden sie von den Menschen wieder in die Täler geholt und geschlachtet.

„Du musst Dich also beeilen lieber grosser Wolf, damit Dir einige Schafe bleiben. Aber Achtung auf den Almen hat es dann eventuell einige Hunde, aber nur eventuell. Letztes Jahr, übrigens, war das selbe Spiel im Gange“ sagte F16 und mit einem zwinker „wenn F14 was passiert, Du weiss wo du mich findest…“

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