SUVA – Kontrolle der Arzt – Rechnungen

Der Schweizer Arzt ein Betrüger?

Eine neue Software soll es der SUVA (Schweizerische Unfallversicherung)  und den Schweizer Kranken- und Unfallversicherer erlauben, falsche Abrechnungen, Positionen etc. herauszufiltern und die Rechnung an den Arzt (Spital) zurück zu senden, sollten die eingesandte Leistungsabrechnung dem Standardfall nicht entsprechen.

BigData heisse das Zauberwort das aus tausenden von Fällen einen Standard der Leistungen für den Fall X berechne.  Weicht die Rechnung von Arzt X von diesem Standard ab, wird sie vom elektronischen Ablauf ausgeschlossen, kontrolliert und gegebenenfalls dem Arzt/Spital zurück gesandt.

INFO: Die Software entwickelt das bekannte Haus ELCA, der  „Divisionsleiter“ erklärt hier die Software. ELCA ein Unternehmen dass sich damit „brüstet“ 150 der 700 Mitarbeiter in Vietnam zu beschäftigen. 

INFO: Als Beispiel wird eine Knieverletzung herangezogen, in der ein Medikament für Blutverdünnung etc. nichts zu suchen habe.

Wau – denkt da der eine, dies vor allem wegen der Erwähnung, dass so weitere 200 Millionen SFR gesparte werden können/könnten.

Das Schweizer Fernsehen opfert dann auch im Sendeformat ECO am 8.6.2015 diesem neuen „Meilenstein“ genügend Zeit und in einer Zusammenfassung zum Beitrag BigData wird dem Leser die Wichtigkeit schmackhaft gemacht. Ganz am Rande wird erwähnt, dass so auch der zunehmenden Cyberkriminalität entgegen gewirkt werden soll.

Ansonsten macht der Artikel wirklich den Eindruck, das die Schweizer Ärzte und die Spitäler mutwillig falsch abrechnen, also der Arzt ein gewisses potenzial zum Betrügen hat. Total vermischt wird Unfall und Krankheit, oder soll uns zeigen, dass eben diese „Wunder-Software“ in beiden Fällen eingesetzt werden kann. Dies so darzustellen war aber sicherlich nicht die Meinung von Rolf Schmidiger, oder doch?

In Zukunft wird also nicht nur der Tarmed/ChiroTarif zum tragen kommen, nicht nur die Validierung der Leistungen durch Sumex, nicht nur das wunderbare und übersichtliche Format des forum-datenaustausch.ch für die XML Abrechnung an den Patienten (Ironie sei erlaubt), auf Seiten (und zu Lasten) des Arztes; nein, nun gibt es auch einen Standard für jeden Fall, ob Grippe, Bauch oder Rückenschmerzen. Jeder Unfall hat einen genau beschriebenen Heilungsprozess, jedes Bebechen einen Leistungskatalog auf der Seite der Versicherer.

Weicht die Behandlung von Arzt X von diesem Standard ab,  wird der angestrebte elektronische Verlauf unterbrochen und der Versicherer wird diese Abrechnung visuell überprüfen. Anders seinen die rund 6 Millionen Rechnungen (>30’000 im Tag) im Gesundheitswesen von den rund 59 Kassen und deren rund 13’000 Mitarbeiter nicht mehr zu bewältigen.

Nicht erwähnt ist die Option, wenn ein Arzt zuwenig verrechnet bzw. Leistungen die dem Standard entsprechen nicht auf der Abrechnung stehen. Stoppt hier das System auch und meldet dem Arzt – „He Du hast was vergessen, du bist zu billig“ ?

Der Arzt wird bald als generalInvoiceResponse via Sumex die Meldung „entspricht nicht dem Standard“, erhalten und die Rechnung neu aufsetzen müssen, ganz egal ob sie dann noch wahrheitsgetreu ist oder nicht.

Eigentlich kann in Zukunft bereits die Software des Arztes die Termine und Abrechnung im Voraus erstellen. Dazu muss nur nach der Diagnose aus dem Katalog die Erkrankung/Unfall aufgenommen werden. Halten die Software-Entwickler zusammen, könnte man hier dem Arzt helfen in dem man bereits bei der Diagnose die zu verrechenden Leistungen anzeigt. Werden diese dann auch benutzt ergeben diese den Standard der von der ELCA – Software bald als Standard berechnet wird.  Der Patienten wird so auch nicht mehr wichtig. Egal wie Alt, welche Vorgeschichte, es wird nach Katalog behandelt.

Die Zukunft im Spital und beim Hausarzt:

Man kann sich die neue Arztpraxis des Allgemein – Mediziners vorstellen, in einem kleinen Kämmerchen sitzt der Arzt am besten gleich noch vor dem Empfang, stellt seine Diagnose (eine Anamnese ist unwichtig) und die Mitarbeiter seiner Praxis machen den Rest.  Um schneller zu arbeiten, könnte man den Patienten auf ein Förderband setzten oder legen mit etwas Geschick und weiterer Software würde der Patient dann automatisch zur Blutentnahme, Urinabgabe, zum Röntgen, zur Medikamentenabgabe bewegt werden. Am Schluss landet er beim Praxis PC, der ihm automatisch und nach Katalog den nächsten Termin mitteilt oder gleich den Fall abschliesst. Gut Organisiert könnte man hier gleich die Weiche zur Chiropraktik oder Physiotherapie einbauen, sofern man eine Gemeinschaftspraxis hat.  CT und MRI wären gleich zu handhaben. Bei den Folgebehandlungen braucht es den Arzt nicht mehr. Warum auch? Der Patient setzt sich hin, drückt den grünen Knopf wenn es ihm besser geht, den roten wenn nicht. Die Software bringt ihn dann aufs richtige Förderband. Bei der Behandlung von Kühen, Schafen etc. ist das Lauf – Karussell schon lange ein Erfolg, auch bei Arztbesuchen.

oder eine andere Zukunft:

Will man dem Arzt nicht die Freiheit überlassen, einen Fall oder eben DEN PATIENTEN mit einer sauberen Anamnese, und einer genauen Diagnose zu beurteilen. Die angebrachte Leistung selber zu indizieren, den Patienten so zu behandeln wie er es einst bestätigte als er sein Studium abgeschlossen hatte und sein Diplom als Arzt oder Facharzt entgegennahm (Teilweise zum apollon  oder Corpus Hippocraticum schwörte)? Wir finden hier an keiner Stelle den Hinweis „zum Wohle der Versicherer“, vielmehr aber „zum Wohle des Patienten“. Die schwarzen Schafe können anders ermittelt werden, es gäbe da genügend Möglichkeiten.

Ja wir müssen es gar nicht bestreiten, es gibt diese. Und ganz ehrlich liebe Leser, wer sind den eigentlich die Versicherer? Eigentlich nichts mehr als eine Bank, in der Patienten einzahlen, um im „Schadenfall“ von diesem (Sozial) Konto zu beziehen. Er hat und sollte aber das Recht behalten, im besten Gewissen des Arztes behandelt zu werden und nicht im Vergleich zu einer in einer Datenbank gespeicherten Behandlung der Masse. Ist es  nicht gerade eine grosse Versicherung (1,7 Millionen Versicherte) dich sich brüstet den einzelnen Menschen und nicht den Durchschnitt zu versichern? Ist dies nur bei der Prämie gemeint und nicht bei einer Erkrankung?

Nebenbei:

Die Krankenkasse Concordia mach hier den Test.

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