Unfall – 4000 Franken Kosten für was

4000 Franken für was genau ???

  • Eine Geschichte in zwei Teilen
  • Erstellt 25.10.2015
  • Erweitert am 21.10.2016 „Nach einem Jahr“

Die unglaubliche Behandlung eines eigentlich kleinen Zwischenfalls, festgehalten von einem Laien ohne medizinische Fachbegriffe.

Brief an uns vom 20.10.2015

Vor gut 4 Monaten stürzte ich unglücklich mit dem Rad, auf die Linke Schulter. Schmerzhaft, aber wird schon wieder vorübergehen. Felctor und Kühlspray tun ihre Wirkung. Vorerst..

Nach zwei Wochen war meine Bewegungsfreiheit derart eingeschränkt, dass ich meinen Arzt aufsuche, bzw. dies bei meiner CSS-INTRAS via Medgate anmeldete.

…..

Mein Hausarzt schaut sich das Ganze an, es werden einige Röntgen gemacht. Er diagnostiziert oder tippt auf Frozen Shoulder. (Link nachträglich eingefügt). Sei etwas langwieriges und zum Teil sehr schmerzhaftes. Letzteres kann ich bestätigen.

Chiropraktor und/oder Physiotherapie. Schonen beim Arbeiten, wenn es nicht geht, pausieren. Als Selbständiger ist letzteres finanziell nicht tragbar. Benutze nun mein Stehpult um arbeiten zu können.

Der Chiropraktor meint, dass er keine Manipulationen machen werde, da das ganze wohl noch entzündet sei, zeigte mir auf, welche Übungen ich machen soll. Physiotherapie sieht er als unabdingbar an. Elektro-Therapie und leichte Dehnungsübungen bei ihm würde er aber vorschlagen.

Ein Vertrauensgespräch mit dem Arzt von MedGate brachte die gleichen Resultate. Dieser meinte auch, dass ein MRI gemacht werden müsse.

*** Anmerkung: Übrigens eine gute Lösung der CSS mit der FirstCall Regel. Zu jeder Zeit steht einem ein Arzt zur Verfügung, man wird zurückgerufen und aufgeklärt. Hier nimmt man sich sogar mehr Zeit als der Hausarzt, erklärt die für Laien unverständlichen Anamnese und Diagnose-Einträge.

Also ein weiteres Gespräch mit dem Hausarzt, ich konnte in dieser Zeit meinen Arm nicht mehr über Kopf bewegen. Ankleiden, Arbeiten usw. wurde zur Qual. Er schickte mich zum MRI, eröffnete mir einen Termin bei einem Spezialisten (Hirslanden) und beim Neurologen. Ich begann Schmerzmittel einzunehmen und da ich diese nicht besonders ertrage, wurden gleich noch Magenschoner mitgeliefert.

Beim MRI lief, unerklärlicherweise, das Kontrastmittel an Orte die es nicht sollte. Kein Problem mein Körper werde dies schon verarbeiten.

Gleichzeitig bekam ich noch eine Verordnung zur Physiotherapie.

Die Physiotherapeutin gab mir gleich beim ersten Besuch eine Rolle mit, zeigte auf, welche Übungen ich machen soll und welche nicht. Tat irgendwie gut. Ich bringe nun meinen Arm wieder über Kopf, nicht Toll aber schmerzfrei. Arbeiten ist immer noch nur mit Schmerzen und immer grösseren Pausen möglich. Langsam wird es „brenzlig“ ich nehme keine Termine mehr ausser Haus wahr, von denen lebe ich aber.

MRI ergab diverse Diagnosen, bestätigte aber die Frozen Shoulder.

Besuch in Hirslanden, beim Speziallisten. Ohne mich gross zu untersuchen, meinte er, er wolle eigene Röntgenbilder machen, MRI und die des Hausarztes reichen nicht. Ich soll in einer Woche wieder kommen um diese zu besprechen. Beim zweiten Gespräch und der kurzen Frage wie es mir den geht, bestätigt er die obige Diagnose, gab mir Unterlagen mit und meinte ich soll mich schonen. Er schicke mich nun zum Neurologen, dann soll ich wieder kommen und wir können das weitere besprechen. Im Gespräch meinte er, dass die Heilung sehr lange dauern könne, ob MIT oder OHNE operativem Eingriff.

Zwischenzeitlich musste ich mehrere Seiten für die CSS/Intras ausfüllen, da alles als Unfall gilt. Für mich der da den Unfall in der KVG Grundversicherung eingeschlossen hat, kein grosser Unterschied.

Nach 3 Monaten: Zwischenzeitliche Besserungen folgen mit Tiefschlägen. Ich bin keine Memme kann mit Scherzen gut umgehen, aber lebe nun mit starken Schmerztabletten. Diese tun mir nicht gut, ich merke es. Physiotherapie tut ein/zwei Tage merklich gut.

Nach nun fast 4 Monaten stehe ich als Patient am gleichen Ort wie bei meinem ersten Besuch beim Hausarzt. Finanziell tut mir das ganze langsam weh, die CSS bezahlt rund 4000 Franken bisher! Wobei ich gut 895 Franken als Selbstbehalt trage.

Im Internet macht man sich natürlich auch schlau. Nur nicht Operieren, einmal offen, ist eine Schulter nie mehr die gleiche. Übungen werden angeboten in Bild und Film. Einige beschreiben solche als gut, wiederum andere schreiben, genau diese Übung sollte man nicht machen. Einhellig ist aber die Meinung, dass man mit dieser Diagnose meist nach einer gewissen Zeit (12 bis 18 Monate) eine Heilung erfahre. Einige wenige schreiben, dass sie auch nach 3 Jahren immer noch leiden, lustig hier gibt es solche die operiert und nicht operiert wurden.

Edit 23.10.2015: Auf Wunsch wurde  hier ein Teil des Briefes (Chiropraktik) gelöscht.

Ich bin kein Arzt und eventuell ist dies oben genau der Weg der einer medizinischen Behandlung entspricht. Für mich steht fest, nach 4 Monaten habe ich die gleichen Schmerzen, das gleiche Leiden, viel Chemie in mir und ich weiss nicht wie es weiter geht. Arbeiten tue ich noch knapp 50%, den finanziellen Ausfall trage ich als selbständiger selbst.

Die Physiotherapie bringt wohl Linderung für einige Stunden, aber ich kann ja nicht jeden Tag zur Physiotherapie, um wenigstens einigermassen arbeiten zu können.

Die Geschichte ist ja noch nicht zu ENDE, am Freitag gehe ich zum Hausarzt, nächste Woche zum Neurologen, dann wieder zur Hirslanden zum Facharzt und und und. Eventuell rufe ich nochmals den Vertrauensarzt an, eventuell beseitigt er meine Zweifel..

EIN JAHR DANACH

Edit 22.10.2016 (Brief vom 21.10.16 liegt uns vor)

Hier noch mein Nachtrag:

Auf Neurologe und weitere Besuche bei Hirslanden habe ich damals verzichtet. Die von der Physiotherapie vorgeschlagenen Übungen, zeigen ihre Wirkung. Meine Arme bringe ich wieder über Kopf, nicht mehr so wie früher, aber es geht. So konnte ich auch die Physiotherapie abbrechen und Kosten sparen.

Mein Arzt machte noch Ende 2015 eine Abschlussrechnung (396 Franken) die ich an Intras sende. Diese wird 5 Monate lang nicht bezahlt. Ich müsse das Unfallprotokoll nochmals ausfüllen, dieses sei nie bei ihnen angekommen ergab eine Nachfrage. Also nochmals 6 Seiten ausfüllen. Mühsam alle Daten wieder hervorsuchen die nun bereits ein Jahr zurück liegen. Nach weiteren zwei Monaten immer noch keine Zahlung von Intras.

Ein Gespräch mit einem freundlichen Mann bei CSS/Intras, zeigte Wirkung. Er werde die Zahlung auslösen es sei alles Korrekt. Leider machte ich ihn darauf aufmerksam, dass es Medikamente auf dieser Rechnung habe, die nicht zum Unfall gehören. So musste ich zwei neue Rechnungen vom Arzt verlangen. Diese reichte ich bei Intras ein.

Opsla, die Rechnung bzw. die Arztkosten (nunmehr noch 236 Franken) werden nur zu 50% übernommen, da ich anscheinend MedGate nicht informiert habe, über diese Arztbesuche.

ashampoo_snap_2016-10-22_05h32m01s_061_

Wer oben gelesen hat, weiss, ich habe beim eröffnen dieses Beitrages darauf hingewiesen, dass ich eben dies vor dem ersten Besuch bei meinem Hausarzt 2 mal getan habe. Man muss eventuell diese Gespräche mitschneiden und genau dokumentieren, einen Auszug bei Swisscom verlangen, damit man diese Gespräche nach über einem Jahr auch beweisen kann. Lachhaft es geht inzwischen um knapp 100 Franken. Online auf mycss.ch widerspreche ich der Abrechnung. Es geht mir langsam nur noch um das Prinzip.  Mein Aufwand ist inzwischen grösser als die Summe die noch bestritten wird.

Inzwischen bin ich kein Fan mehr von MedGate, eventuell zu unrecht. Kann ja auch an der CSS/Intras liegen.  Diese schreibt im Online-Portal, dass sie mir zur Abrechnung und der Begründung der 50% Ablehnung einen Brief schreiben werden. Sie habe inzwischen Abklärungen mit MedGate geführt. Wahrscheinlich muss ich nun das Unfallprotokoll nochmals einsenden, oder den genauen Hergang nochmals aufschreiben, sicher fehlt irgend etwas, was ich nicht gemacht habe. Sicher geht dieser Brief per B-Post, irgendwann gibt doch der Versicherte auf.

ashampoo_snap_2016-10-22_05h26m20s_060_-1

Nach 32 Jahren habe ich mich nun entschieden meine Grundversicherung/Unfalldeckung bei Intras zu kündigen. In diesen 32 Jahren war ich zweimal ein Minus-Kandidat mit knapp 4000 Franken. Ansonsten brauchte ich die KVG-Grundversicherung nie, über den Selbstbehalt hinaus. Immerhin Prämien von knapp 100’000 Franken.

Ihnen werde ich gerne in einem Jahr nochmals berichten. Kann ja sein, dass bis dahin alles abgeklärt ist.

Dieser Beitrag wurde unter Gedanken abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setzen Sie ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.